Kiezmitteilungen No. 1

In letzter Zeit fallen mir überall im Kiez Zettel mit Botschaften auf. Die meisten sind an die „lieben Nachbarn“, die „lieben Hundebesitzer“ oder die „lieben Raucher“ gerichtet. Formuliert sind sie meist als höfliche Bitten, gemeint als Verbote: „Hier nicht hinscheißen (lassen)!“ „Hier nicht rauchen!“ „Tür zu!“ „Finger weg von meinen/unseren Blumen!“

Man redet nicht mehr miteinander, sondern kommuniziert über Zettel. Das hat ein bisschen was von Kinderzimmer („Draußen bleiben!“) oder WG („Putzplan“).

Manche dieser Zettel sind handgeschrieben, die meisten vom Computer ausgedruckt, einige zieren Fotos oder Grafiken, alle stecken als Schutz vor dem Wetter in Plastikhüllen, ganz bedeutsame sind sogar laminiert.

Offensichtlich wird auf die Erstellung viel Zeit und Mühe verwendet; die Botschaften werden also wohl als sehr wichtig für das Wohlbefinden des Zettelnden empfunden.

Verfasst sind sie alle anonym, gerne im Namen einer größeren Gruppe wie „die Nachbarn“ oder „die Anwohner“.

Die Botschaften sollen keinen Dialog beginnen oder fördern, sie sind als Mitteilungen gedacht, als Vorschriften, als Statement.

Einige dieser Botschaften stellen wir in loser Folge hier vor.

Liebe Hundebesitzer! Liebe Raucher!

Hinweisschild für Raucher und Hundebesitzer

Gesehen in der Dieffenbachstraße, November 2014

Abschrift:

„Liebe Hundebesitzer!
Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Hunde
ihr Geschäft
nicht auf dem Gehweg erledigen!
Danke im Namen aller Anwohner
—————————————————-
Liebe Raucher!
Bitte den
Aschenbecher benutzen!
Danke“


Weitere Kiezmitteilungen

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3 Antworten zu “Kiezmitteilungen No. 1

  1. Es ist doch wohl traurig, dass die Menschen an ihren Pflichten gegenüber der Gemeinschaft erinnert werden müssen.

    • Ich gebe Dir Recht, jeder sollte wissen, wie man sich seinen Mitmenschen gegenüber respektvoll verhält. Ich bezweifle allerdings, dass man mit derartigen Zetteln diejenigen erreicht, die bestenfalls unachtsam, schlimmstenfalls rücksichtslos sind. Und ich würde mir wünschen, dass man eher mal das Gespräch sucht (so wie ein Gastwirt in der Nachbarschaft, der immer wieder freundlich Hundebesitzer anspricht und damit durchaus auch Erfolg hat) als seine Umwelt mit derartigen „Botschaften“ zuzupflastern 🙂

  2. Diese Zettelwirtschaft ist ja wohl auch eine Art der Umweltverschmutzung 🙂

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